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  • Esther

Firemon 112 - Für die Zukunft der Feuerwehr

Sie ist in aller Munde: Die Digitalisierung Deutschlands, die uns in die Zukunft führen und international wettbewerbsfähig halten soll. Selten wurde uns dieses Thema so allgegenwärtig wie in der Corona-Pandemie bewusst: Es mangelt uns an flächendeckenden schnellem Internet genauso wie an Prozessen, Geräten und dem Selbstverständnis für Digitalisierung. Am Beispiel unserer Gesundheitsämter, die in den vergangenen 12 Monaten zum Teil am Rande der Überforderung gearbeitet haben, ist die Übermittlung der Fallzahlen über Faxgeräte traurige Realität und Zeugnis des aktuellen Standes unserer Digitalisierung.


Während in einigen Bereichen der öffentliche und situative Druck als Katalysator für die Digitalisierung agiert, sind es in anderen Bereichen innovative Ideen und Menschen, die die Digitalisierung selbstständig und zuverlässig vorantreiben. Und dies bereits seit Jahren.


Dabei geht es um viele tausend verschiedene Bereiche in unserem Leben, die, von tausend verschiedenen innovativen Ideen vorangetrieben, zukunftsfähig verbessert werden.

Über eine dieser Ideen möchte ich heute schreiben, eine, die sich mit Sicherheit unaufhaltsam ihren Weg durch ganz Deutschland bahnen und das Leben vieler beeinflussen - und sogar retten wird.


Es ist die Idee von Patrick Moldenhauer, die aus dem Wunsch nach Verbesserung und Vereinfachung der Prozesse ganz im Sinne von "Wäre es nicht genial, wenn es etwas gäbe, das..." entstanden ist.


Wie so oft ist die Antwort darauf ein klares Ja und in diesem speziellen Fall blieb es nicht nur bei dem Wunsch nach Innovation - heute arbeiten bereits 24 Wehren mit der Idee von Patrick und haben sie bereits in mehr als 100 Einsätzen unter Realbedingungen getestet.


Doch nicht Patrick alleine gebühren die Lorbeeren: Wichtiger Ideen- und Impulsgeber war während des gesamten Prozesses Martin Knackstedt, der durch seine langjährigen Erfahrung als Wehrführer der Feuerwehr Steinfeld und Stellvertretender Amtswehrführer, Patrick mit Rat, Ideen und Visionen zur Seite stand.


Doch bevor wir direkt über diese Idee sprechen, schauen wir uns erst einmal die aktuelle Lage der Feuerwehren in Deutschland an, um das Thema und Patrick besser zu verstehen: Soviel sei gesagt: Es geht bei der Idee darum, die Feuerwehren im Land noch besser und effektiver zu machen. Und ja, es geht auch um Digitalisierung und den Schritt in die Zukunft.



Kurzprofil: Wer ist Patrick Moldenhauer?


Hauptberuflich arbeitet Patrick Moldenhauer als CIO für ein europaweit agierendes Handelsunternehmen für ökologische und natürliche Kinderbekleidung und -spielzeug. Einfach gesagt: Er ist der Chef der IT Abteilung.

Insofern ist er bereits von Haus aus mit neuen Medien, Technik und Digitalisierung vertraut und wer ihn kennt, weiß, dass er einer jener Menschen ist, die mit innovativen Ideen die Zukunft ein Stück näher bringen.


Außerdem ist er auch einer der Freiwilligen, der sich dafür einsetzt, Leib und Leben und Hab und Gut ihrer Mitmenschen zu retten und zu schützen. Seit dem Sommer 2013 ist der 38-jährige Familienvater nicht nur als Hauptfeuerwehrmann Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Norderbrarup sondern auch als Sicherheitsbeauftragter, Beauftragter für Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung auf Amtsebene, EDV-Beauftragter, und als Stellvertretener Gerätewart tätig.


All diese Aufgaben kann nur übernehmen, wer sich mit Leib und Seele der Feuerwehr verbunden fühlt. Und so arbeitet er nicht nur daran, Feuer zu löschen, sondern auch die kommende Generation von Feuerwehrleuten auszubilden und die Zukunft der Feuerwehr zu gestalten. Und dies schließt Digitalisierung mit ein.



Feuerwehren in Deutschland


Freiwillige Feuerwehren sind seit jeher in Deutschland ein elementarer Bestandteil der Sicherung unserer Dörfer und Städte und mit über 22.000 Wehren im Jahr 2018 überschreitet ihre Anzahl die knapp über 100 Berufswehren um ein Vielfaches.


Damit bilden die Freiwilligen Feuerwehren den größten Anteil an Wehren im Land.


Dies ist nicht verwunderlich, da jede Gemeinde eine eigene Freiwillige Feuerwehr unterhält, dessen Mitglieder sich -wie der Name schon sagt- freiwillig und ehrenamtlich engagieren, zu retten, zu löschen, zu bergen und zu schützen.


Dabei ist die Liste ihrer Aufgaben genauso breit gefächert wie die Einsatzzeiten unberechenbar sind. Feuer folgen keinem Zeitplan und Unfälle geschehen unvermittelt. Wann immer Bürger in Not sind, die Feuerwehr rückt aus. Egal wann, egal wo.



Wie kommt die Feuerwehr zum Einsatz?


Deutschlandweit wird die Feuerwehr über die Notrufnummer 112 alarmiert.


Hier nehmen Disponenten oder Notrufexperten die Anrufe aus der Bevölkerung an und fragen dabei relevante Informationen ab, die auch als die 5-W-Fragen bekannt sind: "Wo ist etwas geschehen? Was genau ist geschehen? Wie viele Personen sind betroffen? Welche Art von Notfall/Verletzung liegt vor?". Je nach Bedarf werden noch weitere Rückfragen gestellt.


Anhand dieser Informationen entscheidet der Leitstellendisponent dann, welche Rettungsstellen alarmiert werden müssen und versendet sog. Einsatzdepeschen an die jeweiligen Einsatzkräfte.

Was ist eine Depesche?
Eine Depesche ist der Bericht im Falle einer Alarmierung von der Leitstelle zu den Einsatzkräften zur näheren Beschreibung des Einsatzes.

Die Einsatzstelle ruft daraufhin die Kameraden der Feuerwehr zum Gerätehaus, die dann von dort so schnell wie möglich zum Einsatzort ausrücken.


Und hier liegt auch die Krux. Schauen wir uns also einmal an, wie ...


... es bisher ablief:


Über eine Sirene im Dorf oder Pager oder auch eine Telefonkette oder SMS Benachrichtung werden die aktiven Feuerwehrleuten darüber informiert, dass ein Einsatz ansteht.


Worum es geht, bleibt für die meisten zunächst unklar. Jetzt heißt es, so schnell wie möglich ins Gerätehaus eilen und die Schutzbekleidung anziehen.


Der Gruppenführer funkt die Leitstelle an und fragt die Informationen zum Einsatz ab. Diese muss er dann notieren und entsprechend rückt die Wehr dann aus. Obwohl es klingt, als würde dies ein kurzer Prozess sein, kann dieses manuelle Erfragen durchaus einige Minuten in Anspruch nehmen. Eine Verzögerung, die eigentlich unnötig sei, wie Patrick erklärt.


Es passiert leider immer wieder, dass der Einsatzort nicht ganz klar ist. Wo liegt die Adresse genau und wie kommen wir dorthin? Schließlich kann nicht jeder alle Straßennamen und Hausnummern in seinem Gedächtnis abgespeichert haben - vor allem dann nicht, wenn der Einsatz in einer benachbarten Gemeinde stattfindet zu der man als Unterstützung ausrückt.

"Hier können wertvolle Minuten verloren gehen", erläutert mir Patrick und ja, es ergibt absolut Sinn: Wer kennt schon alle Straßennamen auswendig?


Ohne Zweifel handelt es sich bei den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren um mutige und tatkräftige Männer und Frauen, aber in der Regel nicht um ausgebildete Spezialagenten, die einen Puls über 65 überhaupt nicht kennen. Ein Einsatz geht auch immer mit Stress und Aufregung einher und da kann sich auch schon mal ein Zahlendreher einschleichen, der zu enormen Verzögerungen führen kann. Irren ist menschlich.


Hinzu kommt, dass die Kameraden oftmals ausrücken, ohne dass alle genau wissen, was sie erwartet.

Zum Teil erfahren einige erst vor Ort, was ansteht: Müssen sie eine eingeklemmte Person aus einem Autowrack schneiden oder mit Wasser gegen lodernde Flammen in einem Einfamilienhaus kämpfen?


Und eben dies sind die Erfahrungen, die Patrick und seine Kollegen gemacht haben und die die Frage aufgeworfen haben: Wäre es nicht genial, wenn wir ein System hätten, das uns all diese Informationen gleich zu Beginn gibt und uns hilft, den Betroffenen so schnell und effektiv wie möglich zu helfen?


Ja, wäre es: Und die Idee ist geboren. Sprechen wir also drüber, wie ...



...es zukünftig abläuft:


Kurz gesagt: Effizienter, schneller und transparenter. Und natürlich: digital.


Ganz oben auf der Liste der Anforderungen stand für Patrick immer auch, Stress zu vermeiden und den Kameraden die Möglichkeit zu geben, sich mental auf das Kommende einzustellen.


"Ein Problem, das immer mal wieder auftritt," konkretisiert er, "ist, dass nicht allen Einsatzkräften die Stichworte des Einsatzes zur Verfügung stehen. Dies erschwert es, sich mental auf das Bevorstehende vorzubereiten."

Fakt ist: Es ist ein Unterschied, ob eine Katze aus einem Baum gerettet werden muss oder ein Wohnhaus in Flammen steht und Menschenleben in Gefahr sind.


"Wir möchten jeden Einsatz erfolgreich bewältigen, und dabei auch die Kameraden so gut wie möglich unterstützen. Auch außerhalb der eigenen Wehr", ergänzt er.


Patrick Moldenhauer ist sich sicher: Je besser, je umfangreicher und je früher allen Kameraden alle Informationen zur Verfügung stehen, umso sicherer und effizienter kann vor Ort der Einsatz durchgeführt werden. Da all diese Informationen bereits vorhanden sind, ehe die Leitstelle überhaupt die Wehr informiert, wäre es demnach wünschenswert die Informationen sofort zu erhalten- und nicht erst mündlich über Funk im Feuerwehrwagen.


Ein Beispiel: Wenn bereits von Anfang an klar ist, dass es einen Brand zu löschen gibt, der Weg zum Einsatzort auf einer Karte visuell dargestellt wird, der Wind dabei stark aus Nord-West weht, und der Standort aller Hydranten im Umkreis visuell auf einer Karte markiert sind, dann ist für alle klar,

  • was die Kameraden erwartet

  • Was bei der Anfahrt ggf. berücksichtig werden muss und wie nachrückende Kräfte anfahren müssen

  • dass die im Süd-Osten liegenden Bereiche gegen Rauch und überspringende Flammen gesichert werden müssen und

  • wo das dringend benötigte Wasser herkommen wird.

All diese Informationen sollten jedem Feuerwehrmann und jeder Feuerwehrfrau zur Verfügung stehen - und können es jetzt dank Patricks Idee des "Firemon 112".


Was ist der Firemon 112?


Frei aus dem Englischen übersetzt, ist der Firemon 112 ein "Feuermonitor für Rettungskräfte".


Dabei handelt es sich um einem Einsatzmonitor für Feuerwehren, der durch Visualisierung der Einsatzdepeschen die Effizienz der Wehren steigern kann und den Kameraden vorab ein genaueres Bild über die Umstände gibt.


Doch was heißt das genau?

Sobald die Kameraden jetzt im Gerätehaus eintreffen, können sie alle Informationen an einem installierten Monitor ablesen bzw. sich auch vorlesen lassen, während sie ihre Schutzausrüstung anziehen.


Dieser Monitor zeigt alle vorhandenen Daten wie

  • Stichwort des Einsatzes

  • die Lage des Einsatzortes aus der Vogelperspektive,

  • den empfohlenen Anfahrtsweg auf einer Routenkarte,

  • Mitarlarmierte Kräfte (wie Rettungswagen, Notarzt, etc.)

  • Wetterlage samt Windrichtung und zu erwartener Rauchsäule

  • Lage der Hydranten vor Ort und natürlich auch

  • die Adresse des Einsatzortes an.


Es ist nun klar, wohin es geht und was zu erwarten ist:




In Norderbrarup werden diese Daten innerhalb von etwa 20 Sekunden nach Eintreffen der Depesche auf einem Monitor im Gerätehaus angezeigt und sofort mehrfach ausgedruckt und sind somit bereits vor Eintreffen der ersten Kräfte verfügbar.


Die Daten können aber auch auf mobilen Endgeräten, wie Tablets oder den Mobiltelefonen der Feuerwehrleute abgefragt werden, oder auch ausgedruckt und in Papierform mit zum Einsatz genommen werden. Jeder ist voll informiert - von Anfang an.


Durch das System wird "kritische Zeit bei der Vorbereitung eingespart", da beim Eintreffen der Einsatzkräfte im Gerätehaus alle relevanten plus weitere hilfreiche Informationen vorliegen. "Die eingesparte Zeit ist sehr wichtig," schlussfolgert Patrick, "und wir können vor Ort schneller starten, weil wir uns nicht erst umfänglich ein Bild von den Gegebenheiten machen müssen."


Warum es so wichtig ist, wird klar, wenn man bedenkt, dass es bei den Einsätzen der Feuerwehren um Sekunden geht und jede Sekunde, die gespart werden kann, Leben retten kann.

Erstaunlicherweise reden wir jedoch nicht nur über Sekunden, sondern bisweilen sogar über Minuten, wenn es keine Unklarheiten über den Ort des Geschehens mehr gibt. Minuten, die darüber entscheiden können, ob ein Haus vor den Flammen gerettet werden kann oder für lange Zeit unbewohnbar bleibt.



Für wen ist der Firemon 112 entwickelt worden?


"Eigentlich für alle", sagt Patrick, "aber gerade für unsere ländlichen Dorfwehren ist der Firemon 112 besonders interessant." Denn: Systeme, die ähnliche Informationen liefern und Einsatzdaten visuell aufbereiten, gibt es bereits.


Jedoch sind diese kommerziellen Produkte eher auf die großen Berufswehren zugeschnitten und für die Wehren, die von Freiwilligen betrieben werden, nahezu unbezahlbar.


Bis auf eine geringe Gebühr für laufende Kosten wie beispielsweise Server- und Lizenzgebühren für Wetterdaten stellt Patrick das System allen Feuerwehren in Deutschland gratis zur Verfügung. Er möchte keinen Profit erwirtschaften, sondern "von der Kameradschaft für die Kameradschaft" die Einsätze der Feuerwehren im Land zumindest ein Stück weit erleichtern und modernisieren.


Und somit ist die Bezahlbarkeit eines Systems der Informationsvisualisierung über verschiedene Medien hinweg auch eines der Probleme, die der Norderbraruper gelöst hat.

Und damit das auch so bleibt, sind sich die Entwickler des Firemon 112 darin einig, dass eine Monetarisierung des Firemon 112 "nicht geplant noch erwünscht ist".


Insgesamt belaufen sich die Kosten für das System pro Feuerwehr auf nur 50,00 € pro Jahr.


Um die Kosten zu tragen, wird mit Sicherheit jede Wehr eine kreative Lösung finden. Sei es über Spenden oder andere Sponsorenprogramme von Bürgern, die ihre Freiwillige Feuerwehr gerne auf dem Weg der Modernisierung unterstützen wollen.



Konkurrenz zu Big Tech?


Ob Patrick den Firemon 112 als Konkurrenz zu den großen kommerziellen Systemen sieht, verneint er mit der Begründung, dass "diejenigen, die den Firemon 112 nutzen, vermutlich niemals die teuren Systeme kaufen würden - insofern ist es kein Verlust für die Unternehmen."


Er gibt allerdings auch zu, dass der Firemon grundsätzlich allen Wehren zur Verfügung stehen würde. Auch jenen, die es sich leisten könnten. "Womöglich ist der Firemon heute noch nicht konkurrenzfähig, vor allem da es keinen breit aufgestellten Support für die Nutzer gibt."


Aber auch hierfür gibt es schon Ideen, der vor allem den Gemeinschaftsaspekt der Feuerwehren berücksichtigt: "Wir können das System gemeinschaftlich weiterentwickeln und uns gegenseitig supporten."


Je mehr Feuerwehren den Firemon nutzen, umso mehr Profis und Experten wird es geben, die bei Fragen oder Problemen andere Nutzer unterstützen können. Je mehr Schultern das Projekt stemmen, umso leichter wirds für alle.



Ein Blick auf die Technik


Genialerweise handelt es sich beim Firemon 112 um eine Internetseite - eine Progressive Web App - und kein Program, was heruntergeladen, installiert und laufend up-to-date gehalten werden muss.


Im Prinzip besteht der Firemon aus drei Teilen:

  1. Das Frontend, was den Kameraden die Einsatzdepesche visualisiert.

  2. Das Backend, das die Daten erfasst und verarbeitet

  3. Dem WatchDog, der System- oder Internetprobleme erkennt und den Firemon 112 neu starten kann. Zusätzlich ist der Watchdog in der Lage wichtige Wartungsarbeiten und andere Funktionen automatisiert auszuführen.


Mit dem Backend ist ein Mail Server verbunden, der die Depeschen der Leitstelle auf komplett eigener Technologie und Infrastruktur basierend, datenschutzkonform und in Echtzeit entgegen nimmt. Hier werden dann die Informationen ausgelesen und visuell für die Kameraden aufbereitet.


Zusätzlich dazu werden die Daten der Einsatzstellen mit weiteren Daten angereichert, um ein möglichst umfassendes Bild dessen zu geben, was die Feuerwehrleute erwartet. So werden anhand der Koordinaten live-Wetterdaten zur Verfügung gestellt, um Windrichtung und somit die Rauchfahne zu visualisieren. Auch die Hydranten, die vorab ins System eingespeist wurden, sind sichtbar. Hierbei wird sogar zwischen Über- und Unterflurhydranten unterschieden.


Somit ist auch gleich klar, woher die Daten für den Firemon kommen: Die Leitstelle verschickt die Depesche per Email ans System, welche die Daten dort für den Firemon aufbereitet und separat auch eine Email an den Wehrführer versendet. Damit das geschieht, muss man sich bei der Leitstelle für den Firemon registrieren. Ebenfalls muss man sich aktuell noch über Patrick für den Firemon anmelden. Demnächst wird es hierfür ein Kontaktformular auf der Webseite www.firemon112.de geben.


Sobald die Feuerwehr dann Zugriff auf ihren eigenen Firemon hat, kann man damit beginnen, die eigenen Daten einzupflegen. Dabei sind vorallen natürlich die Koordinaten für das Gerätehaus relevant, da ab hier die Routenführung geplant wird sowie auch die Lage der Hydraten im Einzugsgebiet.


Der Firemon 112 hat zwar das Beta Stadium verlassen und ist bereits im aktiven Einsatz, dennoch arbeitet Patrick daran, das System noch weiter auszubauen und zu verbessern. Vieles ist bereits heute möglich, wie die Verbindung mit bestehenden Message Queue zu kombinieren, oder Home Kits über API zu verknüpfen, aber vieles steht auch noch auf der Agenda und wird hoffentlich früher oder später den Wehren die Einsätze noch weiter erleichtern.



Leider kann dieser Artikel nicht zu sehr in die technischen Details gehen, aber für alle Interessierten gibt es bereits ein Handbuch zum Schnelleinstieg, das weitere nützliche Informationen bereithält. Dennoch wollen wir hier noch einen kurzen Einblick in einige der Funktionen des Firemon geben:



Die Routenplanung

Eine Besonderheit ist die Art und Weise der Routenplanung: diese erfolgt nicht auf Basis der übermittelten Adresse, sondern auf Basis der deutlich präziseren UTM Koordinaten aus der Alarmdepesche. Diese werden zunächst in geographische Längengrade und Breitengrade umgerechnet und dann als Definition für den Einsatzort verwendet.


Die Datenpflege - Hydranten

Jede Feuerwehr, die den Firemon einsetzt, sollte die Hydranten innerhalb der Gemeinde ins System hochladen. Dabei sind verschiedene Möglichkeiten gegeben: Man könnte beispielsweise die einzelnen Hydranten ablaufen und über die Standortfreigabe am Handy die aktuelle GPS Position als Grundlage für die Auswahl der Koordinaten zu nutzen. Alle hochgeladenen Hydranten stehen sofort allen zur Verfügung - somit auch mitausrückenden Wehren.


Die Wetterdaten

Die Wetterdaten werden über Accu Weather bereitgestellt und per API abgefragt. Die Entscheidung fiel zugunsten der kommerziellen Daten aufgrund des Wunsches nach möglichst exakten Daten.


Datenschutz

Jeglicher Datenaustausch wird mit SSL verschlüsselt und ist somit vor dem Zugriff Dritter geschützt.

Bei der Entwicklung wurde von Anbeginn an auf Datensparsamkeit geachtet und lediglich benötigte Informationen übermittelt.

Es werden außerdem keine Informationen verarbeitet, die direkten Rückschluss auf eine natürliche Person zulässt, daher handelt es sich insbesondere nicht um personenbezogene Daten im Sinne der DSGVO.



Kein Ersatz für traditionelle Methoden


Der Firemon 112 kann und will nur eine Ergänzung zu den bisherigen Abläufen bei der Feuerwehr sein.


Das System kann die Prozesse erleichtern, die Einsätze beschleunigen und den Kameraden helfen, sich mental auf das Kommende vorzubereiten, aber es sollte nicht das einzige Werkzeug der Alarmübermittlung sein.


Stromausfälle, fehlendes Internet oder technische Störungen kann es immer geben und daher muss es weiterhin Fall-Back Systeme geben, die Einsätze ermöglichen.



Firemon 112 auf YouTube






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